Regina Aschenbach

Konzept “Studenten beleben Erfurt – 40 Jahre Engelsburg”

40 Jahre Engelsburg – 40 Jahre studentisches Leben – 40 Jahre Entwicklung

Was verbinden die heutigen Studenten mit diesem Begriff, mit dieser Institution, diesem
Treffpunkt, mit diesem historischen Gelände? Ist die Begrifflichkeit noch genau jene, welche
auch vor 20, 30 Jahren damit verbunden wurde? Welche Gemeinsamkeiten gibt es? An was
für Objekten, Gegenständen kann man diese festmachen? Ist dies überhaupt möglich? Was
für Gegenstände sind typisch für die Engelsburg?

Es soll über eine intensive Auseinandersetzung ein Ausdruck gefunden für diesen tradierten
Ort studentischen Lebens werden. Dieser soll festgemacht werden an einem typischen Gegenstand,
der vielleicht auf einen Speicher, Boden oder sonstwo noch existiert und gefunden
wird. Dieser Gegenstand oder mehrere davon sollen zu einer Installation, einer Idee, einem
Ausdruck zusammengefügt werden. Am Anfang der geistigen Auseinandersetzung mit dem
Thema steht noch nicht der Weg und das Ergebnis fest. Diese entwickeln sich erst im Laufe
des Prozesses. Damit sind auch Medium und Technik nicht festgelegt. Es müssen Lösungswege
entwickelt werden. Kreativität, künstlerisches Einfühlungsvermögen, handwerkliches
Geschick oder Wissen, wer es kann, sind gefragt.

Meine Grundidee lehnt sich an dem Malschulprojekt 2005 zum Thema “Paradies” an. (Siehe
Anlage Katalog) Es standen alte Holzstühle zur Verfügung. Diese waren der Ausgangspunkt
für die “Suche nach dem Paradies”. Es entstanden ästhetisch anspruchvolle Kunstobjekte,
die über die räumliche und philosophische Dimension “Stuhl” weit hinausgingen (bis zu 4 m
Höhe, einer Grundfläche von 4 qm). Jeder musste seinen Weg zur Realisierung seines Projektes
finden, in der auch die fotografische Darstellung sowie die Einbringung der eigenen
Person einbezogen war. Das umfasste auch handwerkliche Fähigkeiten wie Schweißen,
Bohren, Sägen, Kleben und dem Kampf mit der Tücke des Objektes.

Beispiele:
1. “Highway to Paradise” (Die Straße zum Paradies ist lang und gefährlich …doch ist nicht
der Weg das Ziel) – ein rollender Stuhl
2. “unerreicht” (unbegreiflich – unabsehbar – unauffindbar – unbeständig – unantastbar – unerreichbar)
– ein Stuhl auf schwankenden Metallstäben mit desolater Leiter zum Aufstieg
3.”Eroberung des Paradieses” (Lohnen all die Mühen, um das Paradies zu erreichen, wenn
man dort nicht mehr stehen kann und der Sitz unbequem ist?) – Ein Stuhl mit kordelgeschmückten
rosa Samtkissen in der Mitte eines 2,50 x 2,50 m großen Nagelbrettes
4. “Einzelteile Paradies” (Der Mensch zerlegt alles in “Einzelteile”, um das Große und Ganze
zu erfassen. Doch lässt sich auch das Paradies zerlegen?) – ein skelettartig zerlegter Stuhl
samt verrosteter krummer Nägel auf einer 0,80 x 2,00 m großen Tafel mit jeweiliger Beschriftung
– analog eines Anatonischen Modells

Obwohl es einzelne, unabhängig voneinander existierende Kunstobjekte waren, entstanden
sich ergänzende Objekte und es entwickelte sich ein enormer Teamgeist. Aus dem Projekt
entstand der Gedanke eines Kataloges, der selbständig durch die Teilnehmer konzipiert,
fotografiert, gestaltet, der Druck organisiert sowie das benötigte Geld akquiriert wurde.

Ich sehe als generelle Aufgabenstellung für das ausgeschriebene Projekt, dass die Objekte
(zumindest für einen längeren Zeitraum) witterungsfest, stabil, sicher sein müssen, um im
Außenbereich installiert werden zu können.

Die Grundlage werden einige technische Geräte (Sägen, Bohrer, Fräsen usw.) eventuell eine
Werkstatt sein, um vielleicht sogar schweißen/Kleben zu können.

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Datum: Dienstag, 23. November 2010 21:03
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