Uwe Klos

Perspektivenwechsel

Ein Projektentwurf zum Symposium “Studenten beleben Erfurt – Urbanes Leben” 2009

Die optische Wahrnehmung unserer Welt geschieht in den meisten Fällen aus gleicher Perspektive: Die Augen des erwachsenen Menschen befinden sich, in der Mehrheit, zwischen 1,6 m und 1,8 m über dem Boden. Diese Aussicht bestimmt nicht nur unsere Ansicht von der Welt im bildlichen, sondern auch unser Weltbild im reflektorischen Sinne. Der Begriff “auf Augenhöhe” beschreibt in der Kommunikation die Absicht von Gleichwertigkeit im Umgang miteinander. Wenn Menschen eine gleichwertige Kommunikation anstreben, nehmen sie oft Körperhaltungen und Stellungen gegenüber dem Anderen ein, die dies erlauben. (Erwachsene hocken sich zu Kindern hin, Kinder steigen auf eine Stufe etc.) Dem gegenüber wählen Redner erhöhte Plätze (Podium, Bühne), um dem zu Übermittelnden Nachdruck zu verleihen. Nicht selten, und insbesondere bei der Verbreitung von Botschaften, steht eine höhere bzw. niedrigere räumliche Position der Beteiligten zueinander mit der tatsächlichen oder beabsichtigten Machtverteilung im Zusammenhang.

Die Mitglieder der Werkstatt “Perspektivenwechsel” sollen sich mit Hilfe ihrer fotografischen Bilder folgenden Fragen widmen und versuchen Antworten zu finden, die individuell begründet sind und allgemeine Bedeutung haben könnten:

Wie kann ich meinen “alltäglichen Blick” beschreiben? Sehe ich nach oben, nach unten und zurück? Was entdecke ich da? Ist meine Sicht diejenige, mit der ich mir die Welt schlüssig erklären kann? Was sehe ich, wenn ich meine gewöhnliche Sehposition verlasse? Kann ich durch einen Perspektivenwechsel andere Sichtweisen kennenlernen? Verändern sich meine Perspektiven, wenn ich die der Anderen erfahre? Erlaubt dies mir die Menschen, die mit mir die Stadt bevölkern, besser zu verstehen?

Arbeitsplan:
1. Jedes Mitglied der Werkstatt “Perspektivenwechsel” stellt ein Bild vor (aus allen Zeiten der Kunstgeschichte), welches sich mit der Sicht auf urbane Räume beschäftigt, und begründet seine Auswahl.
2. Es werden Arbeitsgruppen gebildet, die sich auf fotografische Perspektivenpirsch begeben. Es wäre denkbar, sich Arbeitern anzuschließen, die während ihrer Berufsausübung ungewöhnliche Blicke auf die Stadt erhalten (Dachdecker, Kanalarbeiter, Straßenbahnfahrer, Schornsteinfeger usw.).
3. Die Mitglieder stellen ihre Bilder vor und begründen die Auswahl unter dem Gesichtspunkt der eigenen Sichtweise und möglicher Veränderungen individueller Perspektiven.
-> Die Schritte 2 und 3 sollen wiederholt gegangen werden, wobei Arbeitsgruppen und Aufnahmefelder variieren können.

Voraussetzungen: Jedes Mitglied der Werkstatt Perspektivenwechsel sollte einen digitalen Fotoapparat (zur Not auch ein Mobiltelefon) und einen Laptop mit Bildbearbeitungsprogramm mitbringen. Die Bilder wären in einem Erfurter Labor zu belichten.

biographisches
1959 in Gera geboren
1976 bis 1979 Ausbildung im Handwerk
1987 bis 1990 Mitglied im Fotoclub des Kulturbundes, Gera
Seit 1992 freischaffender Künstler
1992 – 1996 Mitglied der Künstlergruppe “5 plus eins”
1993 Gründungsmitglied des “Klaus-Haus e.V. für Kunst und Kultur” in Gera
1997 Gastdozent für Fotografie am Illinois Central College Peoria/Ill., USA
Seit 2003 Mitglied im Verband Bildender Künstler Thüringen
2006 Kurator der Ausstellung “Die holländische Verwandtschaft”, Gera
2007 Wahl in den Verbandsrat des Verbandes Bildender Künstler Thüringen

Seit 1993 Studienreisen nach Italien, Irland, USA, Holland, Portugal, Polen, Litauen, Spanien, Frankreich.

Zahlreiche Ausstellungen in Deutschland, USA, Portugal, Tschechische Republik. Arbeiten in öffentlichen und privaten Sammlungen in Deutschland, USA, Frankreich, Portugal, Slowenien.

Seit Mitte der 1990er Jahre wiederholt Dozent für Fotografie in der Lehrerfortbildung in Sachsen. Zahlreiche Projekttage mit Schülern. 2008 Dozent für Fotografie am Kunstförderseminar des BDK- Thüringen.

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Warum möchte ich am Projekt “Studenten beleben Erfurt” mitarbeiten?
Die Erfahrung, mit welch großer Freude, Kreativität und Klugheit junge Menschen sich in künstlerisch- kreative Projekte einbringen, wie sie mit Kunst und Kultur umgehen, ist mir sehr wertvoll. Unsere Gesellschaft hat als solidarische Gemeinschaft nur Bestand, wenn wir den Blick auf den Anderen üben, Verstehen und Empfinden praktizieren und individuelle Haltungen und Anschauungen als Aufforderung zur Mitgestaltung begreifen. Dazu möchte ich als Werkstattleiter meinen Beitrag leisten.
Die Arbeit mit jungen Menschen hinterläßt Spuren in meinem Lebensgang wie in meiner künstlerischen Arbeit, das ist mir sehr recht. Das Honorar ist mir, im Sinne eines Existenz sichernden Einkommens, ebenfalls willkommen.

Uwe Klos
Malerei, Photographie, Plastik, Kunst am Bau

Cossengrün 55
07937 Cossengrün

Fon 036621.21893
Fax 036621.21893

Kunst@Uwe-Klos.de
www.uwe-klos.de

Mitglied in der Kartei “Kunst und Bauen”

Konzept & Vita Uwe Klos

Arbeitsbeispiele Uwe Klos

Autor:
Datum: Donnerstag, 7. Mai 2009 16:20
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